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Trommel-Anfänger - Workshop mit Tom Wagner
21 Jan 2023;
01:00PM - 04:00PM
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Flötenworkshop-Spielmannsflöte - mit Dr. Stefanie Pritzlaff
29 Jan 2023;
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"LSW" - Der Verband für alle Spielleute in Bayern

Angebote für Kurse und Workshops unter "Lehrgänge"


 

Veranstaltungen

Bayerische Farben im Rheinland

Beyharting-Düsseldorf_5

Seit dem Frühjahr 1976 gibt es den Spielmanns- und Fanfarenzug Beyharting. Damals eigentlich als "Nachwuchsförderung" für die Aiblinger Stadtkapelle ins Leben gerufen, hat die Gruppe mittlerweile überregionale Bedeutung. Besonderes Zuckerl heuer: Die Beyhartinger nehmen sogar am weltbekannten Düsseldorfer Karnevalszug am Rosenmontag teil.

Der dortige Rosenmontagszug ist einer der größten in Deutschland. Seine jährliche Fernsehübertragung machte ihn bundesweit bekannt. "Nach sechs Jahren ist es heuer wieder so weit", freute sich Gabi Schweiger, Dritter Vorstand des Vereins und eine der treibenden und sehr aktiven Kräfte des Spielmannszuges. Über eine große Veranstaltungsagentur aus Ennepetal im Rheinland kam der Kontakt zu den Beyhartingern zustande. Diese griff nun bereits zum zweiten Mal auf die bayerischen Musiker zurück.

Und so laufen im Vereinsheim seit Wochen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Dazu musste der Spielmannszug sein Repertoire etwas erweitern: Nicht "A Whiter Shade of Pale", "Heal the World" oder "Olympic Spirit" sind im Rheinland gefragt, sondern Stimmungsstücke wie "Die Hände zum Himmel", "Wahnsinn" und "Tequila". Außerdem lag ein Lied den Veranstaltern besonders am Herzen, wie Gabi Schweiger kundtat: "An Tagen wie diesen" von der Düsseldorfer Kultband "Die Toten Hosen." Dieses Stück übt der musikalische Leiter und Vorstand Bernhard Schweiger schon seit einiger Zeit mit seinen Leuten ein. Immer und immer wieder erklingt diese Melodie in den Probenräumen.

Beyharting-Düsseldorf_3

Den Beyhartingern wurde aber noch mehr vorgeschrieben: Für den Auftritt mussten die Marketenderinnen umgewandet werden. Ihr übliches Dirndlgewand ist beim rheinischen Rosenmontag nicht gefragt: Bayerische Löwen müssen die drei sein. Deshalb schafften sich Petra Dörrer, Vroni Fischbacher und Gabi Hempel Neues an: Eine Lederhose, ein gelbes Löwengewand und eine Löwenmaske. Und so tanzen seit einiger Zeit bayerische Löwen im alten Schulhaus von Beyharting herum.

In Düsseldorf mitmarschieren werden auch einige Fußballmädels des SV Ostermünchen. Auf Initiative von Franzi Dörrer mutieren die jungen Fußballerinnen nun zu einer Tanzgarde, was allerdings gar nicht so leicht ist, wie einige der Mädels mittlerweile feststellten.

Los geht's für den Spielmanns- und Fanfarenzug in der Nacht auf Faschingssamstag: "Um 2 Uhr startet unser Bus", so Gabi Schweiger. Voll besetzt mit fast 60 Leuten geht die Fahrt dann in den Westen der Republik. Am Samstag nach der Ankunft folgt gleich ein zweistündiger Auftritt beim Kinderfaschingszug in Düsseldorf. Schließlich kommen die Beyhartinger ja nicht zum Feiern ins Rheinland, sondern um ihre Musik zu präsentieren.

Genächtigt wird auch nicht im Hotel: "Dazu fehlt uns das Geld", so Schweiger, die um jeden Sponsor froh ist. So wird das Schulzentrum in Hagen für zwei Tage das Domizil der Bayern. "Schlafsack und Schlafmatte sind mittlerweile die Grundausrüstung im Gepäck eines jeden Spielmannes", so der Vorstand.

Am Sonntag wird der Karnevalsumzug in Bonn-Beuel musikalisch umrahmt, bevor es am Rosenmontag den Höhepunkt gibt. Der aber anstrengend sein wird: Stunden vorher aufstellen, warten, dann 5,5 Kilometer Zugstrecke durch die Altstadt. Und das alles inmitten von 72 Gesellschaftswagen, 105 Bagagewagen und über 5000 Teilnehmern. Vier bis fünf Stunden dauert es, bis der Umzug zu Ende ist. Und dann reisen die Beyhartinger auch gleich wieder nach Hause, um nach rund acht Stunden Busfahrt in Beyharting anzukommen.

Ein drittes Mal nach Düssseldorf oder lieber Karneval in Rio? Diese Frage wurde spontan beantwortet: "Ich will ins Fernsehen", so Gabi Schweiger. Und Bernhard Schweiger will an Europas Mega-Show, der internationalen Musikparade, teilnehmen: "Das ursprüngliche Militärmusik-Festival, an dem über 400 Musiker teilnehmen, wäre auch ein Traum." Ideen haben die Beyhartinger also noch genug...

Text und Bilder: Werner Stache / OVB

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Der musikalische Doppelmeister

Furth im Wald_1

2011 waren sie stolz, bayerischer Meister in der Musikzugklasse geworden zu sein: Die Männer und Frauen des Spielmanns- und Fanfarenzugs Beyharting. Nun toppten sie in Furth im Wald die bisherigen Erfolge. Sie wurden in der Klasse Musikzug zweifacher bayerischer Meister - Junioren und Gesamtverein.

Beim zweifachen Meistertitel beließen es die Beyhartinger in Furth im Wald nicht: Platz drei in der Marschwertung gab es noch obendrein.

Die bayerischen Meisterschaften des Landesverbandes für Spielmannswesen in Bayern für Junioren und Senioren werden im Turnus von zwei Jahren ausgetragen. Über 300 Spielmanns- und Musikzüge Bayerns sind hierzu eingeladen. Nach einem bestimmten Punktesystem wird der Leistungsstand der Teilnehmer ermittelt. Erst ab einem Punktestand von 80 (bei 100 möglichen) ist ein "Bayerischer Meister" drin.

Nach dem Erfolg 2011 hatten sich die Beyhartinger intensiv auf den jüngsten Wettbewerb vorbereitet. Mit an Bord: Hans Orterer, der einstige Dirigent des Musikkorps Neubiberg. Er übte mit den Musikern das von ihm komponierte Stück "Schön ist die Jugend" ein. Die Junioren mussten eigens für Furth sogar noch ein Sousaphon erlernen.

Guter Laune, aber auch gespannt, trat man die rund 250 Kilometer lange Reise an. Sehr zur Freude des Spielmannszuges traf man dort auch Orterer, sozusagen als seelischen Beistand, an. Stolze 28 Junioren-Musiker, alle unter 21 Jahre, gingen für die Beyhartinger ins Rennen. Sie spielten "Sailing" von Rod Stewart und "An Tagen wie diese" von den Toten Hosen.

Die Senioren beziehungsweise der Gesamtverein, 44 Musiker an der Zahl, entschieden sich für das neu einstudierte Stück "Schön ist die Jugend" und das "Abba-Gold-Medley". Die Vorführungen "saßen", aber an einen Sieg glaubten die wenigsten.

Bei der nachmittäglichen Marschwertung hatte der Spielmannszug sogar ein großes Handicap: Gabi Schweiger, Dritter Vorstand, hatte sich am Tag zuvor einen Muskelfaserriss zugezogen und konnte nicht mitmarschieren. Doch die Beyhartinger machten das Beste daraus und die umtriebige Musikantin konnte überdies ihr Organisationstalent einmal mehr unter Beweis stellen: Damit die Stunden bis zur Preisverteilung nicht zu lange wurden, ging es zum Further Drachen; die Jugend besuchte die Felsengänge.

Dann der große Jubel bei der Preisverteilung: Der Spielmanns- und Fanfarenzug Beyharting wurde zweifacher bayerischer Meister in der Klasse Musikzug und zwar bei den Junioren wie auch beim Gesamtverein. Dass man dabei mit 93 Punkten fast an das Optimum herankam, machte den Sieg umso schöner. "Soviel Punkte hatten wir noch nie", so eine sichtlich stolze Gabi Schweiger.

Doch damit nicht genug: Bei der Marschwertung erreichten die Musiker um Vorstand und Dirigent Bernhard Schweiger den dritten Platz, nur zwei Punkte hinter ihrem Vorbildverein aus Retzbach. Bis in die frühen Morgenstunden feierte man diesen großen Erfolg. Schweiger musste, ähnlich den Formel1- und Fußballstars, eine Sektdusche über sich ergehen lassen. Aber das tat er an diesem Abend gerne. Und auch Orterer war stolz auf seine Beyhartinger Musterschüler: "Schön, wenn alle Anregungen von mir so umgesetzt werden."

Der Erfolg sprach sich aber auch 250 Kilometer weiter schnell herum, denn als die Musiker zu Hause ankamen, hatte sich schon eine kleine Menschenmenge versammelt, um ihre "Doppelmeister" zu empfangen. Und diese mussten sogleich das "Meisterkonzert" am Klostervorhof spielen.

Wer die Doppelmeister übrigens live sehen möchte, dem bietet sich bald Gelegenheit: Am 27. Juli bei der Sommernachtsserenade im Pfarrgarten Beyharting. Auf der Homepage www.spielmannszug-beyharting.de wird man zudem in einigen Tagen ein Video abrufen können. ws